Kategorie: Allgemein

Die Redaktion vom DeichSPIEGEL kann wieder arbeiten

Es erwisch­te mich, wie es wohl jeden schon mal erwischt hat. Mei­ne Schreib­ma­schi­ne (Lap­top) hat gestreikt. Das Geblä­se war wohl ver­staubt, und so über­hitz­te wäh­rend der Arbeit der Pro­zes­sor. Ist eine bestimm­te Tem­pe­ra­tur erreicht, schal­tet sich der Lap­top ein­fach aus. Tja, und dann geht erst mal gar nichts mehr.

Also mach­te ich mich auf den Weg und besorg­te mir einen neu­en Lap­top. Da ver­gin­gen ein paar Tage, bis ich das für mich Ent­spre­chen­de gefun­den habe. Es soll­te kei­ne Renn­ma­schi­ne sein, ich will ja nur Tex­te schrei­ben, Bil­der bear­bei­ten und scan­nen. Lei­der hat­ten die ört­li­chen Geschäf­te vor­nehm­lich Gerä­te mit dem vor­in­stal­lier­ten Betriebs­sys­tem Win­dows 8 vor­rä­tig. Ich woll­te aber beim bewähr­ten Win­dows 7 blei­ben. Also muss­te ich ins Inter­net und wur­de bei Ama­zon fün­dig. Dort erwarb ich ein Fuji­tsu-Lap­top mit einem vor­in­stal­lier­ten 64 Bit-Betriebs­sys­tem Win­dows 7. Der flitzt für mei­ne Anfor­de­run­gen rich­tig gut ab.

Naja, dann ging ich dar­an, die über­flüs­si­ge Tri­al-Soft­ware zu löschen, die ja auf alle Rech­ner instal­liert wer­den. Ist schon ein ärger­li­cher Kram, das Ent­fer­nen der unge­wünsch­ten Soft­ware kos­tet viel Zeit und die Regis­try ist schon von Anfang an mit unnüt­zen Ein­trä­gen zugemüllt.

Schließ­lich habe ich die Fest­plat­te noch par­ti­tio­niert. Aus Sicher­heits­grün­den tren­ne ich immer das Betriebs­sys­tem von den Pro­gram­men. Dann ver­wen­de ich nach Mög­lich­keit auch nur por­ta­ble Pro­gram­me, das erspart die dau­ern­de Neu­in­stal­la­ti­on, wenn man Win­dows mal neu auf­set­zen muss.

Nun war alles start­klar – aber der Scan­ner lief nicht. Lei­der lie­fert Micro­soft für das 64 Bit-Sys­tem kei­ne Scan­ner­trei­ber mit. Einen neu­en Scan­ner woll­te ich nun doch nicht kau­fen, mein alter HP-Scan­jet arbei­tet doch noch tadel­los. Was machen? Nun, ich habe schließ­lich mei­nen aus­ran­gier­ten Lap­top zer­legt, das Geblä­se gerei­nigt und Win­dows XP instal­liert. Nun ver­wen­de ich den alten Lap­top wei­ter­hin für Arbei­ten mit mei­nem Oldie-Scanner.

Und nun freue ich mich, Euch wie­der mit his­to­ri­schen und aktu­el­len Geschich­ten aus Bre­mer­ha­ven und umzu unter­hal­ten zu kön­nen. Und natür­lich wer­det Ihr hier auch wie­der die eine oder ande­re unter­halt­sa­me Geschich­te oder Anek­do­te aus Gör­litz und der Ober­lau­sitz finden.

Erinnerungsweg alter Leuchttürme zwischen Cuxhaven und Bremerhaven

In der alten See­marsch Land Wurs­ten soll zwi­schen Cux­ha­ven und Bre­mer­ha­ven eine Leucht­turm­stra­ße ent­ste­hen. Dazu möch­te der Wre­mer Hei­mat­ver­ein einen ein­ma­li­gen Leucht­turm aus dem Jah­re 1889 nach­bau­en las­sen. Das bereits 1911 abge­ris­se­ne Quer­mar­ken­feu­er wies den Schif­fen bis zum Jah­re 1905 den Weg.

Leuchttürme in Solthoern

Es soll so um 1886 gewe­sen sein, als im Feri­en­dorf Solt­hörn eine fünf­köp­fi­ge Dele­ga­ti­on aus Bre­men auf­tauch­te. Sie ent­schied, dass hier ein Leucht­turm her muss und bestimm­te auch gleich den genau­en Stand­ort. Die Wurs­ter schlu­gen die Hän­de über den Kopf zusam­men und ver­stan­den nicht, wozu “in die­ser Ein­sam­keit” ein Leucht­turm gebaut wer­den soll.

Den­noch schritt man zur Tat. Aller­dings wur­de zunächst nur ein klei­ner Turm gebaut. Er bestand aus einem kas­ten­för­mi­gen Bau­kör­per, den man auf vier höl­zer­ne Pfäh­le setz­te. In dem Kas­ten wur­de eine Later­ne instal­liert, die mit Rüb­öl oder Petro­le­um gespeist wur­de. Die Trag­wei­te soll für das wei­ße Licht 6,7 See­mei­len betra­gen haben, für das rote Licht 5,6 Seemeilen.

Ver­ächt­lich tauf­ten die Wurs­ter die rund zehn Meter hohe Holz­kon­struk­ti­on “Petro­le­um­ko­cher”. Aber die an der Nord­see­küs­te ein­ma­li­ge Kon­struk­ti­on wies den Schif­fen bis 1905 den siche­ren Weg; bis er von einem stei­ner­nen Turm abge­löst und 1911 schließ­lich abge­ris­sen wurde.

Nach­dem das Feu­er im alten Turm gelöscht war, wur­de gleich dar­auf der neue Solt­hör­ner Leucht­turm in Dienst gestellt. Die­ser eben­falls im Jah­re 1906 erbau­te Turm war nicht mehr aus Holz. Es war ein gemau­er­tes Rund­ge­bäu­de, nach oben leicht ver­jüngt und endend mit einem halb­ku­gel­för­mi­gen Kup­pel­dach mit einer auf­ge­setz­ten Kugel als Krö­nung. Die Ober­kan­te der Kugel liegt 23,50 m über gewöhn­li­chem Hoch­was­ser, das Feu­er brennt 18,70 m über gewöhn­li­chem Hochwasser.

Als Licht­quel­le dien­te eine eiser­ne Later­ne mit einem Petro­le­um­glüh­licht, das in einem Gür­tel­ap­pa­rat von 40 cm Brenn­wei­te brann­te. Beim Ver­sa­gen des Petro­le­um­glüh­lich­tes brann­te zur Aus­hil­fe die bis­her gebräuch­li­che Petro­le­um-Docht­lam­pe, deren Licht eine wesent­lich gel­be­re Fär­bung besaß, als das Petroleumglühlicht.

Auch der neue Leucht­turm war ein Quer­mar­ken­feu­er – also ein Sek­to­ren­feu­er, das quer zum Kurs leuch­tet. Das Solt­hör­ner Feu­er strahl­te meh­re­re rote und wei­ße Sek­to­ren aus. Das Weser­fahr­was­ser mach­te frü­her ober­halb Solt­hörn einen schar­fen Knick nach Nord­wes­ten, vor­bei am Ever­sand führ­te der Weg über das Dwars­gat direkt in die Nordsee.

Auch im Jah­re 1906 wur­de  auf dem Deich am Wre­mer Tief ein wei­te­res Quer­mar­ken­feu­er errich­tet. Die Ein­hei­mi­schen tauf­ten ihn wegen sei­nes schwarz-wei­ßen Anstri­ches auf den Namen “Klei­ner Preu­ße”. Bereits im Jah­re 1930 wur­de er wie­der entfernt.

Der Solt­hör­ner Leucht­turm zeig­te nach dem Abbau sei­ner Later­ne noch vie­le Jah­re ein höl­zer­nes Topp­zei­chen als Tages­sicht­mar­ke. Doch als hier im Jah­re 1967 ein neu­er Deich errich­tet wur­de, muss­ten nicht nur die Orte Solt­hörn und Schmar­ren auf­ge­löst wer­den. Auch der Rumpf des “Eiser­nen Gus­tav” muss­te dem neu­en Deich Platz machen, und so wur­de er gesprengt.

Petroleumkocher Solthörn

Der 1985 gegrün­de­te Wre­mer Hei­mat­kreis setzt sich seit vie­len Jah­ren für die Idee eines “Erin­ne­rungs­we­ges alter Leucht­tür­me zwi­schen Cux­ha­ven und Bre­mer­ha­ven” ein. Bei­de Städ­te sol­len durch eine durch­ge­hen­de Leucht­turm­li­nie ver­bun­den wer­den. Einen erfolg­rei­chen Anfang hat es schon gege­ben: In Wre­men konn­te man mit finan­zi­el­ler Hil­fe des Ver­kehrs­ver­eins den “Klei­nen Preu­ßen” nach­bau­en. Der Nach­bau steht seit fast neun Jah­ren am Nor­den­de des Wre­mer Hafens.

Nun möch­te der Wre­mer Hei­mat­kreis den archi­tek­to­nisch so ori­gi­nel­len ers­ten Leucht­turm im Lan­de Wurs­ten, den “Petro­le­um­ko­cher”, nach­bau­en las­sen. Das soll gut 240.000 Euro kos­ten, Geld, das der Hei­mat­ver­ein nicht auf­brin­gen kann. Zuwen­dun­gen von der Samt­ge­mein­de Land Wurs­ten und der EU wären aber mög­lich, sobald das Spen­den­kon­to des Hei­mat­ver­ei­nes ein Eigen­geld von 60.000 Euro aufweist.

Mit der Rekon­struk­ti­on des “Petro­le­um­ko­chers” in Wre­men-Solt­hörn soll die “Lücke in der Per­len­ket­te der Wurs­ter Leucht­tür­me geschlos­sen wer­den und die Leucht­turm­stra­ße ein High­light im Tou­ris­mus wer­den”. Unter­stüt­zung für ihre Plä­ne erhof­fen sich die Wre­mer auch von der Inter­es­sen­ge­mein­schaft See­zei­chen (IGSZ), die sich den Erhalt von Leucht­tür­men und Feu­er­schif­fen ver­schrie­ben haben.

Quel­len:
Nord­see-Zei­tung vom 23.03.2010 und 07.01.2014
Wre­mer Hei­mat­kreis ‘85 e. V.
kleiner-preusse.de
baken-net.de

Ilja Repin – ein Maler des russischen Realismus

Auf­merk­sam gewor­den durch einen Arti­kel in der Säch­si­schen Zei­tung habe ich vor etwa zwei Jah­ren in Chem­nitz die Aus­stel­lung “Die Pered­wi­sch­ni­ki – Maler des rus­si­schen Rea­lis­mus” besucht, die von “Kunst­samm­lun­gen Chem­nitz” prä­sen­tiert wur­de. Dabei hat es mir das Bild “Die Wol­ga­treid­ler” vom rus­si­schen Maler Ilja Repin beson­ders angetan.

Wolgatreidler

Das 131,5 x 281 cm gro­ße Bild zählt zu Repins bekann­tes­ten Wer­ken und gehört zum Bestand des Rus­si­schen Muse­ums in Sankt Petersburg. 

Auf dem Bild sieht man elf Treid­ler am Ufer der Wol­ga einen Last­kahn zie­hen. Sie stem­men ihre nach vorn gebeug­ten Kör­per in die brei­ten Gur­te.  Die teils erho­be­nen und teils gesenk­ten Köp­fe der Män­ner lässt die Müh­sal erah­nen, mit der sie ihre schwe­re Arbeit verrichten.

Schif­fe strom­auf­wärts trei­deln, dass war oft­mals die Arbeit der Sträf­lin­ge, die nach Abschaf­fung der Todes­stra­fe ver­hängt wur­de. Aber auch die Leib­ei­ge­nen in Russ­land muss­ten die Schif­fe auf der Wol­ga strom­auf­wärts zie­hen, selbst als es schon Dampf­schif­fe gab. Wenn man sich den Hin­ter­grund des Bil­des auf­merk­sam betrach­tet, sieht man, dass der Maler ein Dampf­schiff abge­bil­det hat.

Geestemünde in alten und neuen Ansichten – Teil 8

Eine Serie wid­met der Deich­SPIE­GEL “Geest­e­mün­de in alten und neu­en Ansich­ten”.  Heu­te möch­te ich Euch Moti­ve aus dem Teil der süd­li­chen Bül­ken­stra­ße zei­gen, der par­al­lel zum Neu­markt ver­läuft. Mein beson­de­rer Dank gilt hier­bei der Face­book-Grup­pe “Du kommst aus Bre­mer­ha­ven wenn…”, die mich immer wie­der mit Bild­ma­te­ri­al und guten Rat­schlä­gen unterstützt.

Bülkenstrasse 40 im Jahre 1909

Schon  zur Zeit der Ent­ste­hung des Geest­e­mün­der Neu­mark­tes vor über 125 Jah­ren  hat­te  es  öffent­li­che  Debat­ten um die Anla­ge die­ser groß­zü­gig dimen­sio­nier­ten  Freiflä­che  gege­ben. Durch die Errich­tung des weit­hin sicht­ba­ren Geest­e­mün­der Was­ser­turms im Jah­re 1891 und nicht zuletzt durch eine reprä­sen­ta­ti­ve Bebau­ung gewann der Markt­platz schnell an städ­te­bau­li­cher Sta­tur. Lei­der soll­te hier­von nach den schreck­li­chen Luft­an­grif­fen im Jah­re 1944 nicht viel übrig bleiben.

Gleich­wohl gelang es den Stadt­pla­nern, dem Neu­markt im Rah­men des Wie­der­auf­bau­es sei­ne ange­stamm­te Funk­ti­on zurückzugeben.

Aller­dings sind mit der Zer­stö­rung der Markt­hal­le und der Neu­markt­schu­le – aber auch der par­al­lel zum Neu­markt ver­lau­fen­den Häu­ser­zei­le der Bül­ken­stra­ße – vie­le prä­gen­de Ele­men­te unwi­der­ruf­lich ver­lo­ren gegangen.

Bülkenstrasse 40 im Jahre 2014

Das Bild ganz oben stammt aus dem Jah­re 1909. Es zeigt das frü­he­re Eck­haus mit der Kolo­ni­al­wa­ren- und Deli­ka­tes­sen-Hand­lung Ernst Mül­ler an der Bül­ken­stra­ße 40 zur Johan­nes­stra­ße, das auch im Krieg zer­stört wur­de. Das Bild dar­un­ter zeigt die glei­che Ecke — mit der heu­ti­gen Bebau­ung nicht wiederzuerkennen.

Bülkenstrasse damals

Auch die­ses Bild ver­mit­telt uns einen sehr schö­nen Ein­druck, wie es in den Anfangs­jah­ren in der Bül­ken­stra­ße aus­ge­se­hen haben mag. Schö­ne Grün­der­zeit­häu­ser beherrsch­ten die Straße.

Bülkenstrasse damals und heute

Wäh­rend beson­ders öst­lich des Neu­mark­tes, der 1980 offi­zi­ell in Kon­rad-Ade­nau­er-Platz umbe­nannt wur­de, nun die schmuck­lo­sen Fas­sa­den der Nach­kriegs­bau­ten das Bild beherr­schen, konn­te wenigs­tens der eben­falls beschä­dig­te Was­ser­turm im Jah­re 1978 wie­der her­ge­stellt werden.

Lilienthalstrasse 2 im Jahre 2014

Sehr erfreu­lich ist, dass das Eck­haus Bül­ken­stra­ße-Lili­en­thal­stra­ße 2 – nun ohne Bal­ko­ne — die Bom­ben­an­grif­fe über­stan­den hat.

Quel­len:
Dr. Hart­mut Bickel­mann: Nie­der­deut­sches Hei­mat­blatt Nr. 757 vom Janu­ar 2013
Nord­see-Zei­tung vom 16. August 2013
Face­book-Grup­pe

Nun wieder mit Turmaufsatz — das Gebäude der IHK Bremerhaven wurde saniert

Das mehr als 100 Jah­re alte Gebäu­de der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer Bre­mer­ha­ven wur­de auf­wän­dig restau­riert und saniert. Nicht nur der durch einen Luft­an­griff im Zwei­ten Welt­krieg ver­lo­ren­ge­gan­ge­ne Turm­auf­satz wur­de lie­be­voll nach­ge­bil­det, auch eine neue Schiff-Wet­ter­fah­ne wur­de auf die neue Turm­spit­ze gesetzt.Gebäude der Industrie- und Handelskammer BremerhavenVon 1908 bis 1909 wur­de für die Han­dels­kam­mer zu Geest­e­mün­de ein reprä­sen­ta­ti­ver Neu­bau im Stil der Neo­re­nais­sance als Eck­ge­bäu­de Hohen­zol­lern­ring (heu­te Fried­rich-Ebert-Stra­ße) /Hohenstaufenstraße errich­tet. Im neu­en Dienst­ge­bäu­de befan­den sich die Geschäfts­stel­le der Kam­mer, meh­re­re Ver­samm­lungs­räu­men und zwei Dienst­woh­nun­gen sowie Büros für die Reichs­bank. Die Bank erhielt spä­ter ein eige­nes Gebäu­de auf der ande­ren Sei­te des Hohen­zol­lern­rings. Der Sockel und die Fach­wer­ke sind imi­tie­ren­de Glie­de­run­gen der Fas­sa­de in rotem Zie­gel. Das ers­te und zwei­te Geschoss wur­de mit grau und das drit­te Geschoss mit gelb ein­ge­färb­tem Kalk­sand­stein verkleidet.

Bei  dem  seit 2010 unter  Denk­mal­schutz  ste­hen­den Gebäu­de  wur­de  in  enger  Zusam­men­ar­beit mit dem Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge das äuße­re Erschei­nungs­bild wie­der her­ge­stellt. Im  Zwei­ten  Welt­krieg  wur­de  das  Dach teil­wei­se zer­stört. Nun wur­de es in sei­nem Ori­gi­nal­zu­stand rekon­stru­iert. Dazu gehört auch ein mar­kan­ter Turm auf der Ecke des Gebäu­des.  His­to­ri­sche  Auf­nah­men  des  Hau­ses stan­den dafür Modell. Das  mehr­far­big  aus­ge­führ­te  Mau­er­werk der Fas­sa­de wur­de gerei­nigt und vom alten Acryl­lack befreit.

2014-03-05 IHK-Gebäude Bremerhaven

Mit Lie­be zum Detail wur­de seit 2009 auch im Innern Eta­ge für Eta­ge moder­ni­siert. So wur­den etwa alte Kas­set­ten­tü­ren, die irgend­wann ein­mal mit Sperr­holz­plat­ten “moder­ni­siert” wur­den, in den Ori­gi­nal­zu­stand zurück ver­setzt. Auch wur­de die kom­plet­te Elek­trik und die Was­ser­lei­tun­gen erneuert.

Ins­ge­samt inves­tier­te die Kam­mer rund 800.000 Euro in das alte Gebäu­de, die aus über vie­le Jah­re hin­weg gebil­de­te Rück­la­gen finan­ziert wurden.
Quel­len:
Maga­zin 03.2014 der IHK Bre­mer­ha­ven
Nord­see-Zei­tung vom 17.01.2014
de.wikipedia.org

Eines Tages werden wir alt sein….

Die 21-jäh­ri­ge Bre­me­rin Julia Engel­mann wur­de qua­si über Nacht zur Stim­me einer gan­zen Gene­ra­ti­on. Sie lan­de­te vor weni­gen Wochen auf dem Video­por­tal You­tube einen Hit, der mitt­ler­wei­le schon über fünf Mil­lio­nen Mal abge­ru­fen wurde. 

Park- und Gartenstadt Görlitz – Folge 2

Eine Serie wid­met der Deich­SPIE­GEL den Parks und Grün­an­la­gen in Gör­litz damals und heu­te. Die Monats­zeit­schrift Stadt­BILD hat in ihrer Aus­ga­be Nr.  80 vom Febru­ar 2010 einen Auf­satz von Herrn H.-D. Mül­ler über den “Park des Frie­dens” veröffentlicht:

Stadtplan

Nach Süd­wes­ten hin vom Stadt­park gese­hen, unweit des Grenz­über­gan­ges mit der Stadt­brü­cke, ent­lang der Brü­cken­stra­ße zur Pro­me­na­de, erreicht man den heu­ti­gen “Park des Frie­dens”. Die­ser Park ist mit sei­nen 2,1 Hekt­ar ein klei­ner Park. Er hat eine beweg­te Geschich­te der Ent­ste­hung. Bis ins 19. Jahr­hun­dert gab es Gar­ten­par­zel­len Gör­lit­zer Bür­ger, die der Tuch­ma­cher Ernst Geiß­ler auf­kauf­te. Bereits zu die­ser Zeit soll die um einen Teich mit Fuß­gän­ger­brü­cke gestal­te­te Parka­nalage den Bür­gern zum Besuch offen gestan­den haben.

Der Teich mit einer Fon­tä­ne wur­de nach dem 2. Welt­krieg zuge­schüt­tet. 1904 wur­de die Anla­ge ver­kauft, danach erwarb der Schirm­sei­de-Fabri­kant und Gehei­me Kom­mer­zi­en­rat Otto Mül­ler (1829 – 1908) das Gelän­de. Er bewohn­te mit sei­ner Fami­lie die Vil­la Schüt­zen­stra­ße 8. Für sei­ne Ver­diens­te um die Stadt erhielt er 1905 den “Roten-Adler-Orden IV. Klas­se” ver­lie­hen.

Im Zen­trum des Parks ist nicht zu ver­ges­sen das Denk­mal des preu­ßi­schen Gene­ral­feld­mar­schalls und Poli­ti­kers Albrecht Graf von Roon (1803 – 1879). Einst war die­ses Denk­mal 1895 auf dem Wil­helms­platz ein­ge­weiht wor­den. Die­ses schuf wie­der­um Johan­nes Pfuhl. 1859 war er Kriegs­mi­nis­ter und 1873 erfolg­te die Beru­fung als Minis­ter­prä­si­dent. A. v. Roon hat­te sei­nen Ver­dienst bei der Vor­be­rei­tung und Voll­endung der Reichs­ei­ni­gung mit Otto von Bis­marck (1815 – 1895) und Hel­muth v. Molt­ke (1800 – 1891). Den Alters­sitz fand er in Krobnitz bei Gör­litz, wo er auch im Fami­li­en­grab bei­gesetzt wurde.

1945 war der Hun­ger ein stän­di­ger Beglei­ter, vor allem für die her­an­wach­sen­de Jugend in Gör­litz. Erschwert wur­de dies nach dem 2. Welt­krieg durch den nicht enden­den Flücht­lings­strom in der Stadt öst­lich der Nei­ße. Ein Mit­glied der Roten Armee ver­teil­te Brot an die Kin­der der Blu­men­stra­ße und des Mühl­wegs im Park.

Die Umbe­nen­nung in “Park des Frie­dens” mit Kund­ge­bung fand am 1. Sep­tem­ber 1957 aus Anlass des Welt­frie­dens­ta­ges statt.

Geht man vom Stadt­park zur Lou­is-Braille-Stra­ße (einst Schmidt­stra­ße – so benannt 1855) links­sei­tig, erblickt man in der Ein­mün­dung zum Park einen spitz­wink­li­gen Stein aus der ehe­ma­li­gen Berz­dor­fer Braunkohlengrube.

Jacob-Böhme-Denkmal

1972 wur­de das ursprüng­lich als Brun­nen kon­zi­pier­te Denk­mal Jacob Böh­mes (1575 – 1624) von der Stadt­brü­cke in die­sen Park umge­setzt, da es an der alten Stel­le dem Bau der Grenz­an­la­ge im Wege stand. Die Bron­ze­sta­tue wur­de 1898 in Lauch­ham­mer gegos­sen, und das Brun­nen­be­cken ist heu­te mit Erde auf­ge­füllt und bepflanzt. Seit 1997 erstrahlt die Sta­tue wie­der in neu­em Glanz. Die Bän­ke an die­sem denk­mal­la­den zum Ver­wei­len ein und bie­ten einen Blick auf die schö­ne Parkanlage.

Denkmal Jacob Böhme

Jacob Böh­me war Phi­lo­soph und kam bereits als 24jähriger Schuh­ma­cher­meis­ter nach Gör­litz. Er war wegen sei­ner mys­ti­schen – spe­ku­la­ti­ven Theo­lo­gie Angrif­fen und Publi­ka­ti­ons­ver­bot sei­tens der ortho­do­xen Geist­lich­keit aus­ge­setzt. Sei­ne ers­te Schrift war “Mor­gen­rö­te im Auf­gang” 1613. Er ver­fass­te eine Anzahl wei­te­rer Schrif­ten. Er wur­de auf dem Niko­lai­fried­hof bei­gesetzt. Erst 1922 erhielt sei­ne Grab­stel­le die heu­ti­ge Gestalt.

Park­an­la­gen sol­len für Eltern und Kin­der nicht nur die Mög­lich­keit der Ent­span­nung bie­ten son­dern auch das Ken­nen­ler­nen ande­rer Fami­li­en die­ser Gegend.

Text mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Stadt­BILD-Ver­la­ges Görlitz

Vor 50 Jahren lief das erste Schiff in den Neustädter Hafen ein

Die “Rie­der­stein” des Nord­deut­schen Lloyd (NDL) war am 5. Febru­ar 1964 das ers­te Schiff, das in das Becken des Neu­städ­ter Hafens auf der lin­ken Weser­sei­te ein­lief. Mehr als das Becken gab es damals noch nicht. Schup­pen und Krä­ne wur­den erst anschlie­ßend auf­ge­baut, zunächst auf der West­sei­te und spä­ter nach und nach auch auf der Ostseite. 

Riederstein

Schon wäh­rend der Bau­pha­se sorg­te der Hafen für Furo­re, als die Bag­ger 1962 in der Weser auf zahl­rei­che Über­res­te einer Han­se­kog­ge stie­ßen. Ihr Bau wur­de spä­ter auf die Zeit um 1380 datiert. Nie zuvor hat­te es einen sol­chen Fund gege­ben. Erst­mals konn­te man Auf­schluss über die tat­säch­li­che Bau­art der Kog­gen, über Grö­ße und Trag­fä­hig­keit gewin­nen. Die Fund­stü­cke wur­den zusam­men­ge­setzt, auf­wen­dig kon­ser­viert und haben heu­te ihren fes­ten Platz im Deut­schen Schiff­fahrts­mu­se­um in Bremerhaven.

Die “Rie­der­stein” lösch­te bei ihrem ers­ten Besuch im Neu­städ­ter Hafen einen schwe­ren Kata­ly­sa­tor mit bord­ei­ge­nem Geschirr. Das Schiff war in Ham­burg gebaut und im Novem­ber 1960 an den NDL abge­lie­fert wor­den. Der 161 Meter lan­ge und 20 Meter brei­te kon­ven­tio­nel­le Stück­gut­frach­ter war mit 10.992 BRT ver­mes­sen. 44 Mann Besat­zung waren damals für den Betrieb erfor­der­lich. Zusätz­lich gab es Platz für neun Passagiere.

Im Zuge der Fusi­on des NDL mit der Ham­bur­ger Ree­de­rei Hapag im Jahr 1970 wur­de die “Rie­der­stein” an einen aus­län­di­schen Ree­der ver­kauft. Umbau für Con­tai­ner Mit­te der 1960er Jah­re zeich­ne­te sich ab, dass die ame­ri­ka­ni­sche Ree­de­rei Sea-Land einen Con­tai­ner­li­ni­en­dienst über den Atlan­tik auf­bau­en woll­te und dafür pas­sen­de Häfen an der Nord­see­küs­te such­te. Bre­men und Rot­ter­dam erhiel­ten schließ­lich den Zuschlag. Aller­dings muss­te der Neu­städ­ter Hafen wäh­rend der noch lau­fen­den Bau­ar­bei­ten für den Con­tai­ner­um­schlag umge­plant wer­den. So ent­stand der Con­tai­ner­ter­mi­nal Bre­men. 1967 wur­de dort die ers­te noch aus Ame­ri­ka ein­ge­führ­te Con­tai­ner­brü­cke auf­ge­baut. Die wei­te­ren Brü­cken lie­fer­te die Bre­mer Fir­ma Kocks, die mit ihrer eige­nen Kon­struk­ti­on auch auf dem Welt­markt gute Erfol­ge fei­ern konn­te, bevor asia­ti­sche Her­stel­ler schließ­lich den Wett­be­werb für sich ent­schie­den. Für die Neu­städ­ter Häfen waren ursprüng­lich drei Hafen­be­cken und ein Wen­de­be­cken geplant wor­den. Rea­li­siert wur­de dann aber nur das Becken II mit dem Lan­ken­au­er Hafen und das Wen­de­be­cken. Auf den 1,1 Qua­drat­ki­lo­me­ter gro­ßen Ter­mi­nal­flä­chen wur­den kon­ven­tio­nel­le Stück­gü­ter und zuneh­mend Con­tai­ner umge­schla­gen. Mit dem rasan­ten Wachs­tum der Con­tai­ner­ver­keh­re fiel in Bre­men die Ent­schei­dung, eine völ­lig neue Anla­ge in Bre­mer­ha­ven zu bau­en, weil dort aus­rei­chend Flä­chen für ein Ter­mi­nal und für den künf­ti­gen Aus­bau ver­füg­bar waren. Zudem waren die nau­ti­schen Bedin­gun­gen für die immer grö­ßer wer­den­den Con­tai­ner­schif­fe bes­ser. So wan­der­ten ab Mit­te der 1980er Jah­re alle Con­tai­ner­ver­keh­re nach Bre­mer­ha­ven ab. Uni­ver­sal­ha­fen mit her­vor­ra­gen­der Anbin­dung Heu­te wird in dem Hafen eine gro­ße Band­brei­te an kon­ven­tio­nel­lem Stück­gut umge­schla­gen. Schwer­punk­te sind Stahl- und Forst­pro­duk­te, Schie­nen­fahr­zeu­ge, Maschi­nen und Anla­gen sowie Pro­jekt­la­dung. Dazu gehö­ren auch rie­si­ge Bau­tei­le von Gas­auf­be­rei­tungs­an­la­gen, kom­plet­te Pro­duk­ti­ons­li­ni­en oder zer­leg­te Fabrik­an­la­gen. Zudem wird der Stand­ort ver­mehrt dazu genutzt, Indus­trie­an­la­gen direkt am see­schiff­tie­fen Was­ser zu mon­tie­ren. So wer­den regel­mä­ßig groß­vo­lu­mi­ge Kom­po­nen­ten mit meh­re­ren hun­dert Ton­nen Gewicht ver­la­den. Lini­en­schif­fe ver­bin­den den Neu­städ­ter Hafen regel­mä­ßig mit Häfen in aller Welt, spe­zi­ell in den USA, im gesam­ten Mit­tel­meer­raum und Fern­ost. Der Neu­städ­ter Hafen ist ein Uni­ver­sal­ha­fen mit her­vor­ra­gen­den Ver­kehrs­an­bin­dun­gen per Stra­ße, Schie­ne und Was­ser. Ein wei­te­rer Vor­teil ist die direk­te Anbin­dung an das Güter­ver­kehrs­zen­trum (GVZ), wo zahl­rei­che Spe­di­teu­re und Logis­tik­un­ter­neh­men ange­sie­delt sind. Am und im GVZ ist die BLG gleich mit meh­re­ren Logis­tik­zen­tren ver­tre­ten. Von dort aus wer­den haupt­säch­lich Fahr­zeug­tei­le in Con­tai­nern nach Über­see ver­schifft. Aus einem der größ­ten Hoch­re­gal­lä­ger Euro­pas wer­den alle Tchi­bo-Ver­kaufs­stel­len mit Gebrauchs­ar­ti­keln ver­sorgt und die Online-Bestel­ler direkt bedient.

Quel­le:
Pres­se­mel­dung der BLG Logi­stics vom 4. Febru­ar 2014